Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Stakeholder-Wertmatrix und Zielkonflikte

Facility Management: Wertorientierung » Wertorientiertes FM » Stakeholder-Wertmatrix und Zielkonflikte

Stakeholder-Wertmatrix und Zielkonflikte im Wertmanagement mit systematischer Interessenanalyse

Wert ist abhängig davon, aus welcher Perspektive er betrachtet wird

Ein Facility-Service kann für unterschiedliche Stakeholder völlig unterschiedliche Werte erzeugen. Für die Geschäftsführung kann eine Bürofläche vor allem wirtschaftlich effizient sein. Beschäftigte erwarten gute Arbeitsbedingungen. HSE verlangt Sicherheit. IT benötigt technische Infrastruktur. Nachhaltigkeitsmanagement betrachtet Energie und Ressourcen. Eigentümer interessieren sich möglicherweise für Werterhalt und langfristige Flexibilität.

Die bestehende Microsite berücksichtigt Kunden, Interessenvertreter, Fachabteilungen und Entscheidungsträger bereits als eigenständige Rollen und betont die Bedeutung unterschiedlicher Stakeholderbedürfnisse. Eine Stakeholder-Wertmatrix macht diese Unterschiede transparent und vor allem entscheidungsfähig.

Stakeholder-Wertmatrix und Zielkonflikte im FM

Relevante Stakeholder systematisch identifizieren

Nicht jeder Stakeholder ist für jede FM-Entscheidung gleichermaßen relevant.

Für ein konkretes Vorhaben können beispielsweise beteiligt sein:

  • Geschäftsführung,

  • Nutzer,

  • Produktionsleitung,

  • Eigentümer,

  • FM-Organisation,

  • Betriebsrat,

  • HSE,

  • IT,

  • Einkauf,

  • Nachhaltigkeitsmanagement,

  • Dienstleister.

Die Liste sollte auf die konkrete Entscheidung zugeschnitten sein.

Bedürfnisse von gewünschten Lösungen trennen

Ein Nutzer kann beispielsweise fordern: „Wir brauchen mehr Einzelbüros.“

Das ist zunächst ein Lösungsvorschlag.

Das dahinterliegende Bedürfnis könnte sein:

konzentriert arbeiten können.

Diese Abstraktion ist für wertorientiertes FM wichtig, weil verschiedene Lösungen dasselbe Bedürfnis möglicherweise wirtschaftlicher erfüllen können.

Die Funktionsorientierung gehört bereits zu den methodischen Kernelementen der bestehenden Microsite.

Wertdimensionen je Stakeholder bestimmen

Für jeden Stakeholder können relevante Wertdimensionen beschrieben werden.

Beispielsweise:

  • Geschäftsführung: Wirtschaftlichkeit, Risiko, Strategie.

  • Nutzer: Funktionalität, Komfort, Service.

  • Produktion: Verfügbarkeit, Geschwindigkeit, Prozessstabilität.

  • HSE: Sicherheit und Compliance.

  • Eigentümer: Substanzwert und Zukunftsfähigkeit.

Damit wird sichtbar, warum dieselbe Maßnahme unterschiedlich bewertet werden kann.

Zielkonflikte ausdrücklich darstellen

Wertorientiertes Management bedeutet nicht, sämtliche Wünsche gleichzeitig maximal zu erfüllen.

Ein höherer Komfortstandard kann zusätzliche Energie benötigen. Mehr Redundanz erhöht Versorgungssicherheit, aber auch Investitions- und Wartungskosten. Besonders flexible Gebäudekonzepte können höhere Anfangsinvestitionen verursachen.

Diese Konflikte sollten nicht verdeckt, sondern transparent entschieden werden.

Eine Matrix kann beispielsweise zeigen:

Maßnahme

Nutzerwert

Wirtschaftlichkeit

Resilienz

Nachhaltigkeit

zusätzliche Kälteredundanz

mittel

niedrig

sehr hoch

mittel

Die Zahlen sind dabei kein Selbstzweck. Sie strukturieren die Diskussion.

Einfluss und Betroffenheit berücksichtigen

Nicht jeder Stakeholder besitzt dieselbe Entscheidungsmacht.

Ein geeignetes Modell kann deshalb zusätzlich unterscheiden:

  • hohe Betroffenheit / hoher Einfluss,

  • hohe Betroffenheit / geringer Einfluss,

  • geringe Betroffenheit / hoher Einfluss,

  • geringe Betroffenheit / geringer Einfluss.

Damit wird auch die notwendige Beteiligung besser planbar.

Mindestbedürfnisse und Optimierungsziele unterscheiden

Sicherheits- oder Compliance-Anforderungen dürfen nicht gegen geringe Kosten „weggewichtet“ werden.

Solche Anforderungen sind zunächst Mindestbedingungen.

Erst zwischen zulässigen Lösungen wird anschließend der relative Wert verglichen.

Eine Wertmatrix sollte zeigen:

  • welche Bedürfnisse berücksichtigt wurden,

  • welche Zielkonflikte bestanden,

  • wie gewichtet wurde,

  • warum eine Variante gewählt wurde.

Dies erhöht Akzeptanz und verhindert spätere Grundsatzdiskussionen.

Wert entsteht durch bewussten Interessenausgleich

Die Stakeholder-Wertmatrix macht deutlich: Es gibt im Facility Management selten einen objektiv maximalen Wert für alle Beteiligten gleichzeitig.

Professionelles Value Management sucht deshalb eine Lösung, die wesentliche Bedürfnisse erfüllt, unverzichtbare Anforderungen wahrt und vorhandene Ressourcen dort einsetzt, wo insgesamt der höchste Nutzen entsteht.